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Lead-Portale oder eigene Anfragen: Ein ehrlicher Vergleich

Check24, MyHammer und Co. versprechen schnelle Anfragen. Was sie seltener erwähnen: Dieselbe Anfrage geht meist an mehrere Betriebe gleichzeitig — bezahlt wird trotzdem jeder.

Taner Kalkan
Taner Kalkan06.05.2026 · 4 Min. Lesezeit

Was Lead-Portale tatsächlich kosten

PortalModellKosten
MyHammerPay-per-Lead8–70+ € + 5–12 % Provision
Check24Pauschale pro Anfrage50–120 €, unabhängig vom Abschluss
Eigene KampagneExklusiv, vorqualifiziert50–180 €, gewerkabhängig

Der entscheidende Unterschied: Exklusivität

Bei Portalen ist es Standard, dass dieselbe Anfrage gleichzeitig an drei bis fünf Betriebe verkauft wird — wer zuerst anruft, gewinnt oft schon den Auftrag, unabhängig von Qualität oder Preis. Ein Handwerker berichtet von knapp 200 Euro monatlich an Check24-Gebühren für Anfragen, bei denen die Kunden nie geantwortet oder abgelehnt haben — bezahlt wird trotzdem.

Die gleiche Anfrage wird bei Portalen oft an 3–5 Betriebe gleichzeitig verkauft — bei einer eigenen Kampagne geht die Anfrage direkt und nur an einen Betrieb.

Wann sich welches Modell eher lohnt

Portale sind stark für einen schnellen Start oder um kurzfristige Auftragslücken zu füllen. Eigene Anfragen über eine eigene Kampagne ergeben eher ab größeren Projekten Sinn — als Richtwert etwa ab 15.000 bis 20.000 Euro Auftragswert, wo sich höhere Kosten pro Anfrage durch die bessere Exklusivität und Qualität der Anfrage auszahlen.

Wie Lead-Portale funktionieren

Das Prinzip ist bei allen großen Portalen ähnlich: Ein Kunde beschreibt sein Vorhaben auf der Plattform, das Portal leitet die Anfrage an passende Betriebe in der Region weiter, und diese zahlen für den Zugang zur Anfrage, für die Kontaktdaten oder als Provision bei Auftragserteilung. Je nach Portal kommen Grundgebühren, Mitgliedschaften oder Pakete dazu.

Für den Kunden ist das bequem: eine Anfrage, mehrere Angebote. Für den Betrieb bedeutet es, dass er von der ersten Minute an im direkten Vergleich mit anderen steht, oft vor allem über den Preis.

Die Vorteile, ehrlich betrachtet

  • Schneller Start: Anmelden, Profil anlegen, erste Anfragen kommen oft schon nach kurzer Zeit.
  • Kein eigenes Marketing nötig: Das Portal kümmert sich um Werbung und Sichtbarkeit.
  • Flexibel: In ruhigen Phasen kann man Anfragen annehmen, in vollen Phasen pausieren.
  • Bewertungen: Gute Bewertungen auf dem Portal schaffen Vertrauen bei neuen Kunden.

Die Kosten, die nicht auf der Rechnung stehen

  • Zeit: Anfragen sichten, nachtelefonieren, Angebote schreiben, auch für Kunden, die sich längst für einen anderen Betrieb entschieden haben.
  • Preisdruck: Wenn mehrere Betriebe gleichzeitig anbieten, gewinnt oft der günstigste, nicht der beste.
  • Abhängigkeit: Ändert das Portal Preise oder Regeln, bleibt wenig Spielraum. Die eigene Sichtbarkeit gehört dem Portal, nicht dem Betrieb.
  • Keine eigene Marke: Der Kunde erinnert sich oft an das Portal, nicht an den Betrieb, der den Auftrag ausgeführt hat.

Was eine eigene Kampagne braucht

Eigene Anfragen entstehen nicht von allein. Dazu gehören eine Landingpage pro Leistung, Anzeigen bei Google oder auf Social Media, eine saubere Messung und jemand, der Anfragen schnell beantwortet. Die Kosten pro Anfrage liegen anfangs oft höher als bei Portalen. Dafür geht jede Anfrage nur an einen Betrieb, und mit jeder Optimierung wird die Kampagne effizienter. Wie das aufgebaut ist, steht in den Artikeln Google Ads für Handwerker und Landingpage statt Startseite.

Ein sinnvoller Mittelweg

Portale und eigene Kampagnen schließen sich nicht aus. Viele Betriebe nutzen Portale weiter, um kurzfristige Lücken zu füllen, und bauen parallel einen eigenen Anfragenkanal für die Leistungen auf, die ihnen am wichtigsten sind. Sobald dieser Kanal verlässlich läuft, lässt sich der Portalanteil schrittweise reduzieren. Wichtig ist, beide Wege ehrlich zu vergleichen: nicht nur Kosten pro Anfrage, sondern Kosten pro tatsächlich gewonnenem Auftrag.

Häufige Fragen

Kann ich Portale und eigene Kampagnen parallel nutzen?

Ja, das ist für viele Betriebe sogar der beste Einstieg. Wichtig ist, für beide Kanäle getrennt festzuhalten, wie viele Anfragen zu Aufträgen werden.

Wem gehören die Kundendaten?

Bei eigenen Kampagnen dem Betrieb. Bei Portalen hängt das von den Bedingungen der Plattform ab. Häufig bleibt der Kunde zuerst einmal Kunde des Portals.

Wie vergleiche ich die Kosten fair?

Rechnen Sie nicht nur mit dem Preis pro Anfrage, sondern mit den Kosten pro gewonnenem Auftrag. Eine teurere, exklusive Anfrage kann günstiger sein, wenn sie deutlich öfter zum Auftrag wird.

Hinweis zu den Zahlen

Portalkosten sind typische Preisspannen nach öffentlich zugänglichen Angaben und Erfahrungsberichten, Stand 2026. Aktuelle Konditionen bitte direkt beim jeweiligen Portal prüfen.

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