29° 29 Grad

Google Ads für Handwerker: Lohnt sich das für Ihren Betrieb?

Die ehrliche Antwort: kommt drauf an. Mit echten Zahlen lässt sich das für den eigenen Betrieb aber ziemlich genau durchrechnen, statt es zu erraten.

Taner Kalkan
Taner Kalkan03.02.2026 · 4 Min. Lesezeit

Was es realistisch kostet

1,50–8 €Klickpreis, je nach Gewerk (Maler/Garten günstiger, Dach/Heizung/Sanitär teurer)
15–80 €Kosten pro Anfrage, je nach Gewerk und Region
5–15 %typische Conversion Rate von Klick zu Anfrage

Als Einstieg nennen viele Agenturen ein Budget von 400 bis 1.200 Euro im Monat — das ergibt grob 150 Klicks und 7 bis 8 Anfragen.

Die Faustregel, ob es sich lohnt

Google Ads rechnet sich besonders dann, wenn der durchschnittliche Auftragswert mindestens das Fünffache der Kosten pro Lead übersteigt. Konkret heißt das: ein klar abgrenzbarer Einzugsbereich, Aufträge über 500 Euro Wert, und Anfragen, die wirklich per Telefon oder Formular reinkommen — nicht nur Seitenaufrufe.

Ein Praxisbeispiel zur Einordnung

Ein Fensterbau-Betrieb aus Bremen erzielte mit nur 27 Euro Tagesbudget 117 Anfragen in 90 Tagen — das zeigt, dass auch kleine Budgets funktionieren können, wenn Keywords und Zielgruppe präzise genug eingegrenzt sind. Ein Pauschalbudget ohne diese Eingrenzung verbrennt dagegen schnell Geld an Suchanfragen, die nie zu einem Auftrag werden.

Suchanzeigen und Unternehmensprofil: zwei verschiedene Dinge

Wer bei Google nach „Elektriker Nürnberg“ oder „Bad sanieren Fürth“ sucht, sieht meist drei Bereiche: oben die bezahlten Suchanzeigen, darunter die Karte mit Einträgen aus Google-Unternehmensprofilen und danach die normalen Suchergebnisse. Google Ads betrifft vor allem den ersten Bereich.

Das Unternehmensprofil ist kostenlos und für jeden Handwerksbetrieb Pflicht, unabhängig davon, ob Anzeigen laufen. Mit vollständigen Angaben, echten Fotos, gepflegten Öffnungszeiten und aktuellen Bewertungen. Anzeigen und Profil ergänzen sich: Wer in beiden Bereichen sichtbar ist, wirkt etablierter.

Die richtigen Suchbegriffe

Der größte Hebel einer Kampagne liegt in der Auswahl der Suchbegriffe. Gute Begriffe zeigen eine konkrete Absicht: Jemand will eine Leistung beauftragen, nicht nur etwas lernen. Typische Muster:

  • Leistung plus Ort: „Wärmepumpe einbauen Erlangen“, „Dachsanierung Schwabach“
  • Gewerk plus Ort: „Schreiner Nürnberg“, „Malerbetrieb in der Nähe“
  • Anlass: „Heizung kaputt“, „Wasserschaden Notdienst“, „Badsanierung Kosten“

Genauso wichtig sind die Begriffe, bei denen die Anzeige gerade nicht erscheinen soll, die sogenannten ausschließenden Keywords. Dazu gehören zum Beispiel „Ausbildung“, „Gehalt“, „Jobs“, „selber machen“ oder „Anleitung“. Ohne diese Liste bezahlt der Betrieb für Klicks von Menschen, die nie einen Auftrag vergeben würden.

Wohin der Klick führen muss

Eine gute Anzeige, die auf die allgemeine Startseite führt, verschenkt einen großen Teil ihres Werts. Wer nach einer Wärmepumpe sucht, sollte auf einer Seite landen, die genau dieses Thema behandelt und eine einfache Möglichkeit bietet, eine Anfrage zu stellen. Warum das so viel ausmacht, steht im Artikel Landingpage statt Startseite.

Typische Fehler

  • Der Radius ist zu groß. Anzeigen laufen in Orten, in die der Betrieb gar nicht fahren will.
  • Es fehlen ausschließende Keywords. Das Budget fließt in Suchanfragen ohne Auftragsabsicht.
  • Anrufe werden nicht gemessen. Viele Anfragen kommen per Telefon. Wer nur Formulare zählt, unterschätzt die Kampagne oder optimiert in die falsche Richtung.
  • Die Kampagne läuft auf Autopilot. Automatische Einstellungen sind bequem, bringen aber oft Klicks statt Aufträge.
  • Alle Leistungen in einer Anzeige. Wer alles bewirbt, spricht niemanden konkret an.

Wie lange es bis zu Ergebnissen dauert

Die ersten Klicks kommen in der Regel kurz nach dem Start. Die ersten Wochen sind trotzdem eine Lernphase: Es zeigt sich, welche Suchbegriffe Anfragen bringen und welche nur Geld kosten. Eine faire Bewertung ist erst möglich, wenn genug Daten vorliegen und die Kampagne mindestens einmal nachgeschärft wurde.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte das Budget mindestens sein?

Das hängt von Gewerk und Region ab. Das Budget sollte so hoch sein, dass jeden Monat eine aussagekräftige Zahl an Klicks zusammenkommt. Mit dem Rechner oben lässt sich grob abschätzen, wie viele Anfragen ein bestimmtes Budget ergibt.

Was ist der Unterschied zwischen Google Ads und SEO?

Google Ads bringt sofort Sichtbarkeit, solange bezahlt wird. SEO, also die Optimierung für die normalen Suchergebnisse, braucht deutlich länger, wirkt dafür aber auch dann, wenn keine Anzeigen laufen. Für planbare Anfragen in kurzer Zeit ist Google Ads meist der schnellere Weg.

Muss ich die Kampagne selbst betreuen?

Nicht unbedingt. Wichtig ist, dass jemand regelmäßig Suchbegriffe, Kosten und Anfragen prüft. Ohne diese Pflege verliert auch eine gut gestartete Kampagne mit der Zeit an Wirkung.

Lohnt sich Google Ads, wenn ich ohnehin voll ausgelastet bin?

Dann eher gezielt: für die Leistungen mit der besten Marge oder für Zeiträume, in denen sich Lücken abzeichnen. Eine Kampagne lässt sich jederzeit pausieren und wieder starten.

Hinweis zu den Zahlen

Klickpreise, Kosten pro Anfrage und Conversion Rates sind Marktspannen und Erfahrungswerte, Stand 2026. Sie schwanken je nach Gewerk, Region und Kampagne deutlich.

Wissen, was Google Ads in Ihrem Gewerk und Ihrer Region bringen würde? Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir es gemeinsam durch.

Kostenloses Erstgespräch

Mehr zu Aufträge gewinnen

Alle Artikel →